Turbo-Studenten Vier Semester studieren, elf Semester bezahlen
Timo Grampes über einen besonders schnellen Studenten, der von seiner Hochschule verklagt wurde.
Warum ein Blitz-Student sich mit seiner Universität über ausstehende Studiengebühren streitet - und was es über die Qualität eines Studiums aussagt, wenn man Bachelor und Master in nur vier Semestern schaffen kann.
Für seinen Bachelor- und Masterabschluss brauchte Marcel Pohl nur vier Semester - vorgesehen sind elf. Der Turbo-Student handelte sich daraufhin eine Klage seiner Hochschule ein: Denn der Dortmunder wollte die Studiengebühren nur für die wenigen Semester bezahlen, die er tatsächlich studiert hat. Die Hochschule fordert den vollen Preis.
Studiengebühren fürs gesamte Studium
Die private Dortmunder FOM-Hochschule argumentiert: Die Gebühren von 23.000 Euro für beide Abschlüsse seien immer fällig und nur in Raten auf die übliche Zahl von Semestern verteilt, strittig ist zurzeit ein Betrag von 3000 Euro. Marcel Pohl ist eine Ausnahme, denn nach Angaben des Statistischem Bundesamtes beenden lediglich 39 Prozent aller Studenten ihr Studium in der Regelstudienzeit. Und auch Pohl konnte sein Studium nur so schnell abschließen, weil er sich den Besuch der berufsbegleitenden Vorlesungen mit zwei Freunden geteilt hat.
Wie gut ist ein schnelles Studium?
Unabhängig von dem Ausgang des Streits stellt sich eine noch tiefer gehende Frage: Was ist ein eigentlich elfsemestriges Bachelor-Master-Studium wert, wenn es möglich ist, alle erforderlichen Leistungen in nur zwei Jahren zu erbringen?