UEFA EURO 2012 Das kann doch nicht so schwer sein
Ein Elfmeter-Gespräch mit unserem EM-Korrespondenten Stefan Osterhaus
Jens Lehmann versuchte es mit einem Zettel, Arjen Robben versagten wiederholt die Nerven: Elfmeterschießen mag ungerecht sein, ist aber immer noch besser als der Münzwurf. Über die High-Noon-Situation und mit welchen Strategien Fußballer sie meistern, berichtet Stefan Osterhaus live aus Polen.
Bereits am Freitag (22.06.2012) – wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Griechenland um den Einzug ins Halbfinale spielt – könnte es wieder dazu kommen: 90 Minuten und Verlängerung haben keinen Sieger hervorgebracht, es kommt zum Elfmeterschießen.
Ungerecht, aber immer noch besser als Münzwurf
Elfmeterschießen ist ungerecht, sagen die Kritiker. Aber immer noch gerechter als ein Spiel durch einen Münzwurf zu entscheiden - das gab es tatsächlich: Bei der EM 1968 steht es zwischen Italien und der UDSSR nach Verlängerung 0:0, Italien gewinnt durch Münzwurf.
Entwicklung des Deutschen Karl Wald
Zwei Jahre später entwickelt der bayerische Schiedsrichter Karl Wald den Plan für das Elfmeterschießen: Fünf Schützen jeder Mannschaft haben je einen Versuch vom Elfmeterpunkt. Ist nach fünf Versuchen keine Entscheidung gefallen, muss jeweils ein weiterer Schütze ran - bis eine Mannschaft gewinnt.
Niederlage gegen die CSSR
Den Deutschen Fußball-Bund überzeugt die Variante, bald folgen auch der europäische Fußballverband Uefa und der Weltverband Fifa. Ausgerechnet die Deutschen wurden dann Opfer von Walds Erfindung. Im Finale der EM 1976 verloren sie gegen die Tschechoslowakei, weil Uli Hoeneß den Ball über die Querlatte schoss.
Elfmeterschwaches England
Mittlerweile gelten die Deutschen als sichere Elfmeterschützen. Als nervenschwach haben sich über die Jahre und Jahrzehnte allerdings die Engländer erwiesen: Das Nationalteam trat in seiner Geschichte sechs Mal an, nur ein einziges Mal gingen die Engländer dabei als Sieger vom Platz.