Umwelttechnik Salzwasser statt Heizkosten
Mit Solarenergie das Haus heizen, das ist im Sommer, wenn die Sonne scheint, kein Problem. Doch wer möchte im Sommer noch zusätzlich heizen?! Deswegen tüfteln Forscher an einem System, dass die Energie aus dem Sonnenlicht bis zum Winter speichern kann.
Die Wissenschaftler Martin Buchholz, Reiner Buchholz, Philipp Geyer und Marco Schmidt von der Technischen Universität Berlin arbeiten an einem sogenannten Feuchtluft-Solarkollektorsystem. Dieses speichert die Sonnenenergie in einer Salz-Wasser-Lösung. Diese Art, Energie zu speichern, ist sehr effizient und verlustarm. Und die Anlage nimmt weniger Platz weg als andere, bisherige Speichersysteme.
In einem Projekthaus in Berlin lässt sich die Testanlage schon besichtigen: Herz des Systems ist ein Schacht mit mehreren großen Tropfkörpern. Das sind dreidimensionales Gitter, über die eine Flüssigkeit fließt. Notwenig ist dies, um eine große Oberfläche zu schaffen, an der Flüssigkeit und Luft zusammenkommen. Ein vergleichbares System wird bei Kühlkörpern eingesetzt.
Die Salzlösung fließt nun über die Tropfkörper. Die feuchte Luft kommt in Kontakt mit der Sole. Diese nimmt das Wasser auf, ähnlich wie bei einem Salzstreuer, wenn er mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Es gibt einen physikalischen Phasenübergang von Dampf zu Flüssigkeit. Dabei wird Energie frei.
Verkürzt lässt sich der Prozess der thermochemischen Energiespeicherung also folgendermaßen zusammenfassen: Im Sommer wird mit Solarwärme die Sole eingedickt, die Wärme auf diese Weise gespeichert. Im Winter wird die in der konzentrierten Salzlake gespeicherte Wärme über Kontakt mit der Raumluft freigesetzt, das Haus so geheizt. Ist das Haus optimal gedämmt, lässt es sich mit der gespeicherten Energie durch den Winter kommen.