Urheberrecht Abmahnwelle gegen Blogs
Michael Gessat über Abmahnungen gegen deutsche Blogger wegen der Verwendung von Fotos
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- Für Fotos von Lindsay Lohan erhielten Blogger eine Zahlungsaufforderung von 5000 Euro. (picture alliance / dpa)
Eine Bildagentur hat die Rechte an bestimmten Fotos gekauft und Abmahnungen verschickt.
Getroffen hat es eine ganze Anzahl von Blogs, und die Abmahnungen gingen offenbar von der Anwaltskanzlei activeLAW und der Berliner Bildagentur hgm-press Michel OHG aus, wie Marcel Winatschek vom Blog Amy&Pink schreibt: "Auch wir von AMY&PINK und unsere ehemalige Schwesternseite Wannafuckahipster (nicht mehr online) sollen 5000 Euro für ein Bild von Lindsay Lohan überweisen. Und das sind längst nicht die Einzigen."
Blinde Abmahnungen
Winatschek beklagt die Aggressivität und Quantität, mit der die Kanzlei vorgeht: "Denn anscheinend ist es irrelevant, ob die Betreiber den Urheber der Bilder angegeben oder sogar das schriftliche Einverständnis erhalten haben." Inzwischen melden sich auch zahlreiche andere Betroffene zu Wort, wie zum Beispiel die Bloggerin Nicole von "Unbelievable-Pain“. Dazu äußern sich Damax und Somewhere I Belong.
Strategien gegen Abmahnungen
Die Abmahner betreiben das Ganze offensichtlich als Geschäftsmodell und schießen da mit der groben Flinte herum. Beim Blog Autodino lagen sie daneben - hier konnte nämlich der Betreiber nachweisen, dass er die strittigen drei Fotos per Mail vom Rechteinhaber mit der Aufforderung zur Veröffentlichung erhalten hatte. Auf crackjack.de gibt es Tipps, wie man Abmahnwellen entgeht.
Komplexe Rechteinhaberei
Auch in anderen Fällen scheint die Bildagentur die Bildrechte gar nicht so eindeutig zu haben - beim Blog We like that liest man etwa Erklärungen des Künstlers Nathan Sawaya. Seine Werke waren auf vielen der abgemahnten Bildern zu sehen - er werde nicht von der Agentur oder den Anwälten vertreten. Aber auch in dem Fall, wie Rechtsanwalt Ferner noch einmal betont, bestehen ja ansonsten auch die Urheberrechte des Fotografen. Damit habe der Künstler nichts zu tun, und die können - ganz böse Falle - auch temporär eingeräumt sein.
Im Grunde ist eine ganze Blog-Branche auf äußerst kippeligem Boden, die, wenn auch mit ästhetischem Reiz, fremde Bilder weiterverbreitet, "kuratiert“ wie zum Beispiel Modeblogs.