Mittwoch, 22. Mai 2013

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Urheberrecht Achtung Copyright!  

Webschau mit Martina Schulte

Ein Warnschild "Vorsicht Rutschgefahr" mit der Aufschrift "Copyright".
Mögliches Modell: User werden gewarnt, wenn sie ein Copyright verletzen. (picture alliance | dpa | Friso Gentsch | bearbeitet durch DRadio Wissen)

Das Warnhinweis-Modell in der Urheberrechtsdebatte bleibt umstritten.

Es ist wieder Bewegung in die Urheberrechtsdebatte gekommen: Die SPD und die Piratenpartei haben sich neu positioniert, um ihren Standpunkt deutlicher zu machen – zumindest haben sie das versucht. Und auch der Untersuchungsausschuss Neue Medien des Bundestages zum Thema „Vermarktung und Schutz kreativer Inhalte“ hat getagt. Dabei zeichnet sich ab, dass fast alle Beteiligten gegen ein Warnhinweis-Modell sind. Sogar das Leistungsschutzrecht soll angeblich wackeln, berichtet der Branchendienst meedia.

Positionspapiere von SPD und Piratenpartei

Sowohl die Piratenpartei als auch die SPD haben Grundsatz-Papiere zum Urheberrecht veröffentlicht. Fast alle, die die Postionen bewertet haben, kommen zu dem Schluss, dass die Meinungen von der SPD und der Piratenpartei gar nicht so voneinander entfernt sind. Bei faz.net spricht Fridtjof Küchemann von „verblüffenden Übereinstimmungen“. Beide fordern ein Ende des bisherigen Abmahnwesens, die SPD spricht gar von "Abmahnmissbrauch“. Unlängst bestätigte Constanze Kurz vom Chaos Computer Club, in diesem Bereich würden jährlich 190 Millionen Euro umgesetzt. Sowohl SPD als auch die Piratenpartei, wollen die Position der Urheber gegenüber den Rechteverwertern stärken. Der einzige wichtige Unterschied besteht darin, dass die SPD eine Kulturflatrate ablehnt, die Piraten sehen dagegen in sogenannten Pauschalabgaben eine Option, bleiben  aber in ihrer Formulierung sehr vage.

 

Schutz des geistigen Eigentums "etwas komplizierter"

Es gibt auch wieder einen neuen offenen Brief, den das Blog meedia im Wortlaut veröffentlicht hat - diesmal von Geo-Chef Peter-Matthias Gaede und Gruner & Jahr-Chefredakteuren. Darin heißt es unter anderem, dass deutsche Chefredakteure, ähnlich wie Musiker, Autoren und Künstler, Position "gegen das Freibeutertum" beziehen müssen. Aber auf Seiten der Urheber gibt es auch besonnen Stimmen, wie die von Joseph von Westfalen, einem der Erst-Unterzeichner von „Wir sind Urheber“. Faz.net stellt einem Interview mit ihm  folgende Aussage voran: „Ich habe den Aufruf zum Schutz des geistigen Eigentums als einer der Ersten unterschrieben. Die Sache ist aber doch etwas komplizierter. Denn als Autor bin ich an der Verbreitung meiner Texte interessiert.“  Westfalen sagt, er habe den Aufruf nicht zuletzt wegen der Verlage und aus einer Art moralischem Fraktionszwang heraus unterschrieben.

 

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