Mittwoch, 19. Juni 2013

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Urheberrecht "Bewusstsein für geistiges Eigentum ist verloren gegangen"  

Ein Gespräch mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Bundesjustizministerin lehnt Kulturwertmark und Kulturflatrate ab.

Kulturwertmark, Kulturflatrate - in der Debatte um Urheberrechte im Netz gibt es viele Vorstellungen, wie Kreative Geld für ihre Werke bekommen, die im Internet oft frei zugänglich sind. Geht es nach der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dann werden Urheber auch in Zukunft nicht über die Kulturwertmark entlohnt werden. "Ich halte das für problematisch", sagte die FDP-Politikerin im Interview mit DRadio Wissen, "denn dabei wird vom Nutzer ausgegangen und nicht vom Urheber".

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit Moderator Uli Höhmann.Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit Moderator Uli Höhmann (DRadio Wissen)

Illegal bleibt illegal

Die vom Chaos Computer Club vorgestellte Idee der Kulturwertmark sieht vor, dass Internetnutzer die Werke von Künstlern direkt bezahlen können. Auch die ähnliche Idee einer Kulturflatrate lehnte die Ministerin ab. Ingesamt, so Leutheusser-Schnarrenberger, müsse es bei den Urheberrechten im Internet eine "allgemeine Verbesserung" geben: "Illegale Downloads für alle können nicht erlaubt werden."

Lösung Leistungsschutzrecht?

Stattdessen verwies Leutheusser-Schnarrenberger auf das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Das sieht vor, dass Nutzer von Presseerzeugnissen zahlen müssen, wenn sie diese verwenden - und zwar europaweit. Dadurch soll verhindert werden, dass die Online-Angebote der Verleger durch andere Unternehmen gewerblich verlinkt werden.

Allerdings sei das neue Leistungsschutzrecht keine goldene Kuh für die Presseverlage, so die Ministerin. Insgesamt sei das Bewusstsein für geistiges Eigentum verloren gegangen, gerade Jugendliche müssten schon in der Schule darüber aufgeklärt werden.

 


 

Mehr bei DRadio Wissen:

Meine Bilder gehören mir! Webschau mit Thomas Reintjes (12.05.2011)
Inhalte und die Rechte an Bildwerken – das ist diese Woche ein ganz großes Thema im Internet.

Kulturwertmark: Dem Künstler sein Geld (10.05.2011)
Ein Gespräch mit Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Der CCC will ein Modell einführen, um Kreative in digitalen Zeiten gerecht zu entlohnen.

Urheberrecht: Aufklärer in Sachen Online-Rechte (07.04.2011)
©, CC, GNU, PD - Das Netz hat das Urheberrecht ganz schön kompliziert gemacht. Matthias Spielkamp klärt auf.

Urheberrecht: Schutz geistigen Eigentums (01.04.2011)
Gespräch mit Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des c´t-Magazins.

Urheberrecht: CC und Innovationen, Hörsaal (04.03.2011)
Ein Vortrag von Lawrence Lessig, Juraprofessor in Harvard und Spezialist für Urheberrecht im Internet.

Weitere Informationen:

Leistungsschutzrecht: Google an den Geldbeutel gehen.
Über das von der Bundesjustizministerin geplante Leistungsschutzrecht. (journalist.de, 09.07.2010)

Dossier Urheberrecht der Bundeszentrale für politische Bildung

Website Irights.info - Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt

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Kommentare 2 - 1 von 2

  • 2. Wenn das Leistungsschutzrecht tatsächlich kommt

    ... dann sollten sich die Presseverlage wenigstens verpflichten, sämtlichen Print-Content kostenfrei ins Netz zu stellen. Die Presse im WWW ist doch nur ein billiger Abklatsch des gedruckten Originals. Nur: Dazu wird es nicht kommen, sagt doch Frau Leutheusser-Schnarrenberger schon trefflich im Interview, dass sich mit der “Snippet-Abgabe” eh nicht viel verdienen lässt, dazu noch über eine VG proporzkonform verteilt… Das Argument “geistiges Eigentum schützen” geht zudem völlig fehl. Die Verlage sind es doch gerade, die ihre Inhalte ohne Zwang kostenlos ins Internet stellen. Wer hat ihnen das vorgeschrieben? Wer hat sie dazu gezwungen, in Suchmaschinen aufgelistet zu werden? Wer sein Eigentum so aus dem Fenster wirft, hat kein Mitleid verdient. Dr. Christian Kohlschütter

    kohlschuetter 16.05.2011 11:26 Uhr

  • 1. Das Geld bekommen eh nicht dir Kreativen.

    ... sondern die Rechteverwerter. Ist unsere Kultur nicht durch ab schauen und verbessern groß geworden? Wir haben uns ja das Rad auch in Mesopotamien abgekupfert. Ein Gutes hat die Diskusion jedenfalls - jetzt gibt es Für Kitas Liederbücher die ausschließlich Lieder unter der Creative Commons Lizenz laufen. Sollen die Kleinen doch nicht zu Rechteverletzer werden wie Ex-Verteitigungs-Minister oder Europaabgeordnete.

    cyzen 12.05.2011 23:54 Uhr

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