US-Wahlkampf Republikaner-Rock
Klaus Walter hat Freunde der Republikaner aus der Popkultur gesucht - und gefunden
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- Kid Rock unterstützt den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney im Wahlkampf. (picture alliance / dpa | Jeff Kowalsky)
Der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, hört Fahrstuhlmusik. Das findet zumindest sein designierter Vize, Paul Ryan, der eher auf AC/DC oder Led Zeppelin steht. Ob die Zuneigung auf Beidseitigkeit beruht, ist nicht bekannt. Paul Ryan ist schon mehrfach mit dem Versuch gescheitert, harte Rockbands für sich zu vereinnahmen.
Zuerst erklärte Paul Ryan Rage Against The Machine zu seiner Lieblingsband, also eine dezidiert linke HipHop-Crossover-Band. Die haben sich prompt gegen diese Umarmung verwahrt. Dann wollte er "We're Not Gonna Take It" von Twisted Sister im Wahlkampf verwenden. Der Song der Glam-Metal-Band war in den 80ern eine weitverbreitete Hymne der Teenagerrebellion gegen autoritäre Väter. Twisted Sister haben Ryan verboten, den Song zu verwenden.
Bizarre Unterstützer
Die Republikaner-affine Prominenz gebe ein interessantes bis bizarres Bild ab, meint DRadio-Wissen-Autor Klaus Walter. Sie vergleichen Obama mit Hitler (Hank Williams Jr.) oder verdächtigen Obama als Drahtzieher des Anschlags auf den Tempel der Sikhs, damit er die Waffengesetze verschärfen kann (Dave Mustaine von der Metalband Megadeth). Zu den weiteren Unterstützern von Romney/Ryan zählen der Krawall-Rap-Rocker Kid Rock, die Southern Rocker Lynyrd Skynyrd und die Porno-Königin Jenna Jameson.
Erosion der bürgerlichen Mitte
Sie alle eint weniger der konservative Wertekanon als vielmehr die Unterstützung einzelner Ideen, die Romney und Ryan vertreten (Waffen für alle, Abtreibungsverbot) und eine kaum verhüllte Hasspolitik (gegen Schwule, Frauen, Minderheiten). Die Radikalisierung geht einher mit der Erosion der gesellschaftlichen Mitte, analysiert Klaus Walter.