US-Wahlkampf So persönlich wie möglich
Sonja Beeker über Wahlwerbung im Netz in den USA.
-
- Im Wahlkampf will Barack Obama jeden potenziellen Wähler so persönlich wie möglich ansprechen. (picture alliance | dpa | Pete Souza)
Mithilfe von Microtargeting werden im Netz Nutzergruppen eingegrenzt. Dabei kommt es unter anderem auf das spezifische Kauf- und Suchverhalten der User an. US-Wahlkämpfer wollen mittels Microtargeting nun Wähler anwerben.
Biogemüse oder Fertigprodukte? Auto oder Fahrrad? Im Wahlkampf um den nächsten US-Präsidenten sind Informationen über Verbraucher heiß begehrt. Dabei geht es um die Automarke, die Kreditkarteneinkäufe, die besuchten Webseiten und das Wahlverhalten in den vergangenen Jahren.
Den Wähler erreichen
Wahlkampagnenteams von Republikanern und Demokraten analysieren Unmengen von Daten, um mehr über ihre potenziellen Wähler zu erfahren. Das Ziel: Den Wählern möglichst passgenaue Werbung vor die Nase setzen. Denn alle Wähler gleichzeitig zu erreichen, wie es früher mit Fernsehspots möglich war, funktioniert heute schlicht nicht mehr.
Daten kaufen
Nicco Mele ist Professor an der Harvard Kennedy School für Politikwissenschaften. Barack Obama und Bill Clinton haben mit seiner Hilfe schon ihren Wahlkampf organisiert. Er sagt: "Politische Datenanalysten kaufen die Konsumdaten ihrer potenziellen Wähler, zum Beispiel von Kreditkartenunternehmen und kombinieren sie mit den frei zugänglichen Daten der Gemeinden und Bezirke über das Wahlverhalten in vergangenen Wahlen. Und die werden dann noch durch parteieigne Daten ergänzt."
Facebook hilft weiter
Dafür bedient sich Nicco Mele auch bei Facebook. Er grenzt mithilfe einer Software ein, wie viele Facebookmitglieder in diesem oder jenem Postleitzahlenbezirk leben, welche Interessen sie haben und ob sie möglicherweise für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten spenden würden.