USA Anklage bei Totgeburt
Silke Hasselmann über ein Gesetz, das Embryos zu vollwertigen Menschen erklärt.
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- In Tennessee müssen Frauen bei einer Totgeburt mit Ermittlungen rechnen. (Trevor Bair | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee sind Embryos in einem neuen Gesetz zu vollwertigen Menschen erklärt worden. Dies führt dazu, dass im Falle einer Totgeburt die Mütter ins Visier der Strafverfolger geraten.
Wie in Deutschland haben auch Frauen in den USA das Recht auf eine Schwangerschaftsunterbrechung. Der Bundesstaat Tennessee hat nun jedoch als Erster ein Gesetz verabschiedet, das Mütter in das Visier der Strafverfolger geraten lässt: Seit Ende April gelten in dem Südbundesstaat Embryos als vollwertige Menschen - im Falle einer Totgeburt sind die Strafbehörden folglich gezwungen, gegen die Mütter zu ermitteln.
Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch
Etliche Staaten verfolgen auch Frauen, die ihrem ungeborenen Kind vorsätzlich oder grob fahrlässig durch Drogen geschadet haben. Im Bundesstaat Mississippi wurde unlängst ein Gesetz erlassen, das den Missbrauch von Drogen während der Schwangerschaft unter Strafe stellt.
Silke Hasselmann ist durch Mississippi und Tennessee gereist und berichtet über verschiedene und doch miteinander verwobene Gesetzesebenen, die für Kritiker eine zunehmende "Kriminalisierung schlechter Mütter" darstellt - für ihre Befürworter einen notwendigen Schutz wehrlosen Lebens.