USA Massaker im Kino
Webschau mit Michael Gessat
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- Im Century 16 Theater in Aurora fielen während der Filmpremiere die tödlichen Schüsse. (picture alliance / dpa / Bob Pearson)
Im Netz beschäftigt viele die Frage, was die Motive des Attentäters gewesen sein könnten.
Er war sehnsüchtig erwartet worden, der neue Batman-Film von Regisseur Christopher Nolan: In "The Dark Knight Rises" kehrt die düstere Comicgestalt zurück, um seine Heimatstadt Gotham City wieder einmal vor den terroristischen Untaten skrupelloser Bösewichte zu schützen.
Schüsse bei Premiere
In den USA hatte der Film am vergangenen Freitag (20.07.2012) Premiere. Bei einer der ersten Vorführungen, in einem Multiplex-Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado, hat ein maskierter und schwer bewaffneter junger Mann das Feuer auf die Menschen im Saal eröffnet. Nach bisherigem Stand forderte das Massaker zwölf Tote und eine große Zahl von Verletzten, manche schweben noch in Lebensgefahr.
Motive unklar
Bei seiner Festnahme soll der Täter zu einem Polizeibeamten gesagt haben er sei der Joker - also der böse Gegenspieler Batmans. CNN fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Auch im Netz beschäftigen sich nun viele Menschen mit der Frage, was die Motive des Attentäters gewesen sein könnten.
Spurensuche im Netz
Auf der Social-News-Aggregator-Plattform Reddit tragen zahlreiche User minutiös zusammen, was sich in Online-Quellen, Radio und Fernsehen zu den Ereignissen oder zum Attentäter finden lässt. Besonderes Interesse gilt dabei den Spuren, die der 24jährige Student James Holmes selbst im Netz hinterlassen hat. Offiziell bestätigt worden ist bislang ein mittlerweile gelöschtes Profil bei der Kontaktbörse Adult Friend Finder. Ein weiteres Profil gibt es laut dem Nachrichtenportal TMZ bei der Partnersuchseite Match.com – das ist allerdings, wie User bei Reddit herausgefunden haben, eine Kopie von einer dritten Kontaktanbahnungsbörse namens Okcupid.
Keine vorschnellen Ergebnisse
Auf die Tat oder mögliche Motive gibt es in den Profilen allerdings keine Hinweise. Insofern äußern sich auch bei Reddit manche Stimmen kritisch zum investigativen Eifer der Web-Spurensucher: Viele Einzelaspekte, die jetzt nachträglich die Psyche eines Attentäters zu erklären scheinen, seien in Wirklichkeit völlig normal. In der New York Times warnt Dave Cullen, Autor eines vielfach prämierten Buches über das Columbine-Massaker aus dem Jahr 1999, vor voreiligen Schlussfolgerungen zu den Motive des Kino-Attentäters.