USA Milch statt Knast
Matthias Roeckl begleitete in New York die Kampagne "Milk not Jails"
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- Milk-not-Jails ist eine Kampagne von US-amerikanischen Aktivisten für eine Gefängnisreform. (flickr.com | smadden CC BY-SA 2.0 | Fotomontage DRadio Wissen)
Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts boomte die Landwirtschaft im Bundesstaat New York. Heute lebt die Gegend vor allem von den Gefängnissen, in denen rund 56.000 Personen inhaftiert sind.
Lauren Melodia liefert viermal pro Woche Milchprodukte aus. Nicht irgendwelche Milchflaschen oder Joghurts, sondern politische Produkte. "Milk not Jails" steht deutlich auf den Verpackungen. Weil jeder Mensch Milch konsumiert, nutzt Lauren Melodia die Milchtüten, um ihre Botschaft zu verbreiten: Wir brauchen eine Gefängnisreform.
In den 80er Jahren wurden die Gefängnisse im Staat New York privatisiert, viele neue Haftanstalten wurden infolgedessen gebaut. Dahinter steckte auch die Hoffnung, Arbeitsplätze zu schaffen und strukturschwachen Regionen zu stärken. Die Landwirtschaft als Wirtschaftsmotor hatte stark nachgelassen.
Doch diese Rechnung ging nicht auf. Heute sind rund 56.000 Gefangene in dem Staat hinter Gittern, dass sind ungefähr zwei Drittel der Gefängnisinsassen in Deutschland. Um die Gefängnisse auszulasten, werden Delinquenten wegen Bagatelldelikaten inhaftiert oder Haftstrafen verlängert beziehungsweise Häftlinge nicht fristgerecht entlassen.
Lauren Melodia will mit ihrer Kampagne "Milk not Jails" zwei Probleme gleichzeitig angehen: Erstens möchte sie die Menschen für eine Gefängnisreform gewinnen und zweitens die regionalen Bauern unterstützen.