USA Obamas Nachbar lebt auf der Straße
Lissy Kaufmann hat Obdachlose in Washington DC. getroffen
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- Washington D.C. - Heimat der Reichsten, Heimat der Ärmsten (Ed Yourdon | flickr.com | CC BY-SA 2.0)
Die Metropolregion Washington DC zählt zu den Gegenden der USA mit den meisten Millionären. Doch sie ist auch Heimat der Ärmsten. Für Arbeitslose und Geringverdiener ist - trotz Mindestlohn - Wohnraum nahezu unerschwinglich.
André Colters Bett ist eine Bank an der Pennsylvania Avenue, gut 500 Meter vom Weißen Haus entfernt. Der Afroamerikaner ist einer von den rund 750.000 Obdachlosen in den USA. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Zahl der Absteiger aus der Mittelschicht rapide ansteigen lassen. In kaum einer Metropolregion der USA ist der Kontrast zwischen Arm und Reich größer als in Washington. Durchschnittliches Jahreseinkommen: 70.000 Dollar. Durchschnittlicher Mietpreis in der Stadt: 1500 Dollar. Für Arbeitslose und Geringverdiener ist - trotz Mindestlohn - Wohnraum nahezu unerschwinglich. So ist die Obdachlosigkeit in den vergangenen Jahren um 15 Prozent gestiegen.
Obdachlosigkeit ist Teil des Straßenbildes
In DC und seinen Nachbarcounties leben knapp 165.000 Millionäre - das sind fast 4 Prozent der Bevölkerung. Politiker, Lobbyisten, Anwälte oder Berater können sich die hohen Mietpreise in der Stadt leisten. 7000 Menschen hingegen leben auf der Straße. "Wir haben eine sehr sichtbare Obdachlosigkeit. Wer auch immer im Weißen Haus sitzt: Wir haben uns an den Anblick gewöhnt“, kritisiert Michael Stoops von der National Coalition for the Homeless die Entwicklung.