Donnerstag, 23. Mai 2013

Medien /

USA Public Radio in Gefahr  

Philipp Lemmerich über das Community-Radio KUSF

Ein Mikrofon mit dem Schriftzug KUSF steht auf einem Tisch, drum herum Radiotechnik.
Einst sendete das Hochschulradio KUSF in und um San Francisco auf der Frequenz 90.3. (Lisa padilla | Flickr | cc-by-2.0)

Community-Radios vertreten in den USA die Interessen bestimmter Bevölkerungsteile. Ob Einwanderer, Frauenrechtler oder Musikliebhaber – in den Metropolen hat beinahe jede Gruppierung eine eigene Radiostation. Doch die könnten bald Probleme bekommen.

30 Jahre lang war KUSF der Sender für San Francisco und die Bay Area. Außerdem war der Sender in den USA für die Förderung junger Bands bekannt. Nirvana und Metallica veröffentlichten hier ihre ersten Tapes. Doch 2011 folgte die Überraschung: Die Universität von San Francisco, der die Frequenz von KUSF gehört, hat diese für mehrere Millionen Euro an ein privates Medienunternehmen verkauft.

Frequenz verkauft

KUSF wurde von einem Tag auf den anderen abgestellt. Die Radiomacher standen nicht nur ohne Frequenz, sondern auch ohne Studios und Technik da - all das hatte die Universität ihnen 30 Jahre lang zur Verfügung gestellt. Die Medienaufsichtsbehörde FCC in Washington stimmte der Vorgehensweise der Universität nach einem Jahr der Verhandlungen zu.

Droht das Aus auch für andere Radiosender?

Doch KUSF kämpfte weiter: "Hier geht es um viel mehr", sagt KUSF-Moderator Irwin Swirnoff. "Viele Unternehmen versuchen, nicht kommerzielle Frequenzen für privaten Profit zu missbrauchen." Momentan liegt die Entscheidung der Medienaufsichtsbehörde bei einem US-Bundesgericht. Stimmt das Gericht dem Verkauf der Frequenz zu, könnte auch vielen anderen öffentlichen Radiokanälen in den USA das Aus drohen.



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