Venezuela Die Tatort-Reporterin von Caracas
Nikolaus Steiner berichtet über venezolanische Journalistin Maria Iglesis, die nur über Mord und Totschlag berichtet.
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- Maria Iglesisas hat einen der härtesten Jobs in Caracas: Sie ist Tatort-Reporterin. (Nikolaus Steiner)
Wo Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind, ist der Job der Polizeiberichterstattung schwer zu ertragen.
Die Stadt Caracas hat die zweithöchste Mordrate der Welt: Zwei Morde pro Stunde werden im Durchschnitt verübt, bis zu 50 Menschen am Tag werden Opfer eines Mordes. Maria Iglesias Aufgabe ist es, das Morden und Sterben zu dokumentieren.
Harter Job
Damit hat sie einen der härtesten Jobs in der venezolanischen Hauptsstadt. Die Zeitungsreporterin berichtet jeden Tag über "Vorkommnisse", das heißt sie muss dorthin gehen, wo Menschen erschossen wurden, muss den Tatort inspizieren, die Familie befragen und schließlich die Leichen im Schauhaus begutachten.
Starke psychologische Belastung
Maria hat schon aufgehört die Toten zu zählen, über die sie berichtet. Manchmal kommt sie selbst in eine Schießerei und die Bilder der Erschossenen erscheinen ihr nachts im Traum. Seit einem Jahr befindet sie sich in psychologischer Behandlung, bezahlt von ihrem Arbeitgeber - der Zeitung "El Universal". Aber sie kann und will nicht aufhören: "Ich brauche den Adrenalin-Kick", sagt Maria.