Freitag, 24. Mai 2013

Agenda /

Verkehr Konkurrenz auf dem Schienennetz  

Heidi Tischmann vom Verkehrsclub Deutschland erklärt im Gespräch, warum es so schwer ist, der Deutschen Bahn Konkurrenz zu machen.

HKX-Wagon wird mit dem Logo beklebt.
HKX-Wagon wird mit dem Logo beklebt. (Hamburg-Köln-Express GmbH)

Mit zwei Jahren Verspätung startet der private Hamburg-Köln-Express. Der erste Bahnkonkurrent im Fernverkehr. Auch der Start holpert.

Mehr Wettbewerb, das sollte die Privatisierung von Bahn und Telekom bringen. Doch während wir beim Telefonieren schon lange unter vielen Angeboten wählen können, und die Preise auch massiv gesunken sind, gibt es im Fernverkehr bis heute nur: Die Bahn. Abgesehen von ein paar Regionalstrecken, oder der Strecke Leipzig-Rostock hat die Bahn ihr Monopol 18 Jahre nach der Privatisierung weitgehend verteidigt.

Erster Konkurrent

Auf der Strecke Hamburg Köln tritt nun der Wettbewerber HKX an. Haupteigentümer ist eine amerikanische Eisenbahngesellschaft. Den Fahrbetrieb organisiert aber Veolia, eine Tocher der Französischen Bahn SNCF.

Holperiger Start

Der Start des Hamburg-Köln-Expresses hatte sich immer wieder verzögert: Erst gab es Fahrplan-Konflikte mit einem weiteren privaten Konkurrenten auf der Strecke, der SNCF-Tocher Keolis. Dann gab es Streit mit der Bahn über die Höhe der Bahnhofs-Gebühren. Und auch jetzt zum Start des Ticketverkaufs am 4. Juli ist noch nicht alles geregelt: Die modernisierten Wagengarnituren aus den 60er Jahren haben noch keine Zulassung. Zum Start soll jetzt der historische Rheingold-Wagen eingesetzt werden.



Mehr bei DRadio Wissen:

Statistik: Deutsche Bahn und Pünktlichkeit
Statistikerin Katharina Schüller über die Zahlen zur Pünktlichkeit der Züge der Deutschen Bahn.
(Agenda vom 06.10.2011)

Weitere Informationen:

Buchungsauftakt beim Hamburg-Köln-Express: Bahn-Konkurrent startet mit Stolpersteinen
(focus.de vom 03.07.2012)

Zugverbindung: Fehlstart für die neue Bahn von Hamburg nach Köln
(abendblatt.de vom 03.07.2012)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. DB gegen HKX???

    Dieses Interview erschien mir nach dem Motto: Arme HKX, böse DB. Auf deutschen Schienen fahren über 300 Eisenbahnen (In Frankreich sind es nur eine Handvoll!). Mit eigenen Fahrzeugen. Im Interview ist bei mir der Eindruck entstanden, die DB AG hätte HKX Fahrzeuge zur Verfügung stellen müssen. Im Straßenverkehr muss der Spediteur sich auch selbst um Fahrzeuge kümmern. Das ist auf der Schiene nicht anders. DB Fernverkehr zahlt übrigens genauso wie HKX Trassenpreise an DB Netz und Energiekosten an DB Energie. Damit das gerecht zugeht, gibt es die Bundesnetzagentur, die über gleiche Rechte für alle wacht. Und der DB Netz schon mehrfach heftig "auf die Finger" gehauen hat. Dass das EBA (Eisenbahn-Bundesamt) die Fahrzeuge nicht zugelassen hat, ist nicht der DB anzulasten. Im Übrigen hat auch die DB damit zu kämpfen, dass Fahrzeuge nicht genutzt werden können, weil die Zulassung durch das EBA noch fehlt. Und zum Ticketverkauf: Was im Luftverkehr normal ist (jede Fluggesellschaft verkauft ihre eigenen Tickets. Ich stelle mir gerade vor, Lufthansa müsste auch Tickets für Air Berlin verkaufen ...), ist im Bahnverkehr gemäß VCD nicht hinnehmbar. Vielleicht sollte man einfach mal die Marktentwicklung abwarten. Genauso, wie es im Luftverkehr Internetportale gibt, die einem den günstigten Flug suchen, wird es das auch im Landverkehr geben . Mein Wunsch: Bitte mehr Ausgewogenheit bei der Bahnberichterstattung!

    Piet123 05.07.2012 09:39 Uhr

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