Verrückte Experimente Kastraten unter Strom
Entmannt, aber elektrisch - Anna Kohn stellt einen aufklärerischen Versuch des 18. Jahrhunderts nach.
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- Im 18. Jahrhundert interessierte man sich sehr für Elektrizität. (Olf:P/flickr CC-BY-NC-SA 2.0)
Leiten sie oder leiten sie nicht - das war hier die Frage. Ende des 18. Jahrhunderts kam in Frankreich das Gerücht auf, dass Kastraten keinen Strom leiten. Alles Quatsch, sagte ein Physiker – und machte sich daran, das Gegenteil zu beweisen.
Im 18. Jahrhundert war man fasziniert vom Phänomen der Elektrizität. Im barocken Frankreich war es beispielsweise groß in Mode, langen Menschenketten einen kleinen Stromschlag zu versetzen. Das fanden alle lustig – bis bei einem Versuch der Strom ständig unterbrochen wurde. Die Gerüchteküche brodelte, angeblich sollte der Schuldige in der Kette ein Kastrat sein.
“Kastraten leiten keinen Strom“
So entstand das Gerücht: Kastraten leiten keinen Strom. Der Physiker Joseph Aignan Sigaud de Lafond wollte das nicht glauben. Er suchte sich drei kastrierte Musiker, stellte sie in eine Menschenkette und schaltete den Strom an. Was heute skurril klingt, ist eine wahre Geschichte: De Lafond fand heraus, dass nicht etwa ein Kastrat, sondern der jeweilige Untergrund die Stromunterbrechung verursacht hatte.
Die Vorlage für diesen Beitrag stammt aus Reto U. Schneiders "Buch der verrückten Experimente".
Der Beitrag ist eine Wiederholung vom 27. 6.2012.