Viren Genom der Hantaviren entlarvt
Privatdozent Dr. Jörg Hofmann von der Charité Berlin spricht über die unterschiedlichen Virusstämme des Hantavirus in Deutschland
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- Die Hirschmaus gilt als Überträger einer gefährlichen Gruppe von Hanta-Viren. (Zach Welty | flickr | cc by-sa 2.0)
Die Sterblichkeitsrate von Hantavirus-Erkrankungen hängt vom Virusstamm ab. Im Yosemite-Nationalpark könnten sich bis zu 3000 Menschen mit dem Virus infiziert haben. Dort liegt die Todesrate bei 36 Prozent.
Die Verwaltung des Yosemite-Nationalpark hat bis zu 3000 Menschen Warnhinweise über das gefährliche Hantavirus zugeschickt. Die Urlauber hatten in den vergangenen Wochen mindestens eine Nacht in den dauerhaft aufgebauten Zelten auf der Campinganlage Curry Village in Kalifornien verbracht. Zwischen den Doppelwänden der Zelte hatten mit dem Hantavirus infizierte Hirschmäuse ihre mit Kot und Urin verschmutzten Nester gebaut.
Lungenerkrankungen und schweres Nierenversagen
Atmen Menschen den aufgewirbelten Mäusekot ein, können sie sich mit dem gefährlichen Hantavirus anstecken, das Lungenerkrankungen und schweres Nierenversagen verursachen kann. Zudem ist der Virusstamm im Yosemite-Nationalpark besonders gefährlich, denn die Todesrate liegt bei 36 Prozent. Bisher gibt es keine Impfung gegen das Virus oder speziell gegen die Erkrankung gerichtete Medikamente.
Andere Virusstämme in Europa
Forscher des führenden Konsiliarlabors für Hantaviren an der Berliner Charité konnten jetzt die molekulare Signatur der Hantavirus-Infektionen in Deutschland entschlüsseln. Die hier auftretenden Hantaviren gehören anderen Subtypen an, als der Virus im Yosemite-Nationalpark und weisen mit einem Prozent eine wesentlich geringere Sterblichkeitsrate auf. Trotzdem gilt das Jahr 2012 mit über 2260 Krankheitsfällen schon jetzt als Hantavirus-Rekordjahr in Deutschland. Welche Sorgen gerechtfertigt sind und welche nicht, klären wir mit Dr. Jörg Hofmann von der Charité Berlin.