Währungsunion Der Überlebenskampf des Euro
Gespräch mit Andreas Kolbe aus der DLF-Wirtschaftsredaktion
Der Fast-Bankrott Griechenlands, die schweren wirtschaftlichen Schieflage von Spanien und Portugal und schließlich die Auflage des sogenannten "Euro-Rettungsschirms" in Höhe von nahezu unvorstellbaren 750 Milliarden Euro - das Jahr 2011 war aus Sicht der Gemeinschaftswährung ein Katastrophenjahr.
Ein Überblick über die Euro-Krise: Die deutsche Idee war dabei ursprünglich nicht schlecht: Der Euro sollte eine ähnliche Stabilität bekommen wie sie einst die D-Mark hatte. Durch solides Haushalten sollte eine gemeinsame stabile Währung geschaffen werden. Die Regeln wurden im Vertrag von Maastricht vereinbart. Doch anstelle von Stabilität kam es zum Vertragsbruch. Deutschland und Frankreich waren die ersten Länder, die die Maastricht-Kriterien nicht einhalten konnten. In der Folge nutzten Staaten wie Griechenland, Spanien und Portugal die niedrigen Zinsen sowie eine kreative Buchhaltung, um sich stärker zu verschulden als es "wirtschaftlich" gesund war.
Zinslast erdrückt Griechen
Zu Beginn der Euro-Krise im Jahr 2008 verschärften sich zunächst die Regeln für die Banken, die nun ein höheres Eigenkapital für Kreditvergaben vorweisen mussten. Weil Staatsanleihen davon ausgenommen waren, blieb den Staaten der Zugang zu billigen Krediten, um sich weiter verschulden zu können. Bei den Griechen wurde es zuerst sichtbar: Die enorme Zinslast konnte nicht mehr bedient werden.
Sanfter Crash
Der EU-Krisengipfel versuchte nun, einen Weg des sanften Crashs zu finden und richtete zunächst den provisorischen Stabilisierungsmechanismus ein mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro zur Rettung der kriselnden Staaten. Der Eurocrash konnte so abgewendet werden. Was bleibt sind alles andere als rosige Prognosen. So erwartet die deutsche Notenbank nach einer Zunahme der Wirtschaftsleistung von 3,0 Prozent im laufenden Jahr für 2012 wegen der anhaltenden Verunsicherung um den Euro ein deutlich geringeres Wachstum von 0,6 Prozent.