Mittwoch, 19. Juni 2013

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Währungsunion Der Überlebenskampf des Euro  

Gespräch mit Andreas Kolbe aus der DLF-Wirtschaftsredaktion

Eine Euro-Münze versinkt in einer Schale mit Wasser.
Eine Euro-Münze versinkt. (picture alliance / dpa | Julian Stratenschulte)

Der Fast-Bankrott Griechenlands, die schweren wirtschaftlichen Schieflage von Spanien und Portugal und schließlich die Auflage des sogenannten "Euro-Rettungsschirms" in Höhe von nahezu unvorstellbaren 750 Milliarden Euro - das Jahr 2011 war aus Sicht der Gemeinschaftswährung ein Katastrophenjahr.

Ein Überblick über die Euro-Krise: Die deutsche Idee war dabei ursprünglich nicht schlecht: Der Euro sollte eine ähnliche Stabilität bekommen wie sie einst die D-Mark hatte. Durch solides Haushalten sollte eine gemeinsame stabile Währung geschaffen werden. Die Regeln wurden im Vertrag von Maastricht vereinbart. Doch anstelle von Stabilität kam es zum Vertragsbruch. Deutschland und Frankreich waren die ersten Länder, die die Maastricht-Kriterien nicht einhalten konnten. In der Folge nutzten Staaten wie Griechenland, Spanien und Portugal die niedrigen Zinsen sowie eine kreative Buchhaltung, um sich stärker zu verschulden als es "wirtschaftlich" gesund war.

Zinslast erdrückt Griechen

Zu Beginn der Euro-Krise im Jahr 2008 verschärften sich zunächst die Regeln für die Banken, die nun ein höheres Eigenkapital für Kreditvergaben vorweisen mussten. Weil Staatsanleihen davon ausgenommen waren, blieb den Staaten der Zugang zu billigen Krediten, um sich weiter verschulden zu können. Bei den Griechen wurde es zuerst sichtbar: Die enorme Zinslast konnte nicht mehr bedient werden.

Sanfter Crash

Der EU-Krisengipfel versuchte nun, einen Weg des sanften Crashs zu finden und richtete zunächst den provisorischen Stabilisierungsmechanismus ein mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro zur Rettung der kriselnden Staaten. Der Eurocrash konnte so abgewendet werden. Was bleibt sind alles andere als rosige Prognosen. So erwartet die deutsche Notenbank nach einer Zunahme der Wirtschaftsleistung von 3,0 Prozent im laufenden Jahr für 2012 wegen der anhaltenden Verunsicherung um den Euro ein deutlich geringeres Wachstum von 0,6 Prozent.



Mehr bei DRadio Wissen:

Währungsunion: Das Euro-Krisenjahr 2011
Lange Gipfelnächte, erschöpfte Politiker und übermüdete Journalisten. Die Krise um den Euro im Rückblick - aus Sicht eines Journalisten. Ein Beitrag von Leon Stebe, ARD-Korrespondent
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Europa: Von der Eurokrise zur Identitätskrise
Die Schuldenkrise in den Euroländern verändert den Blick auf Europa. Gerade die EU galt vielen Schwellenländern als Vorbild. Nun steckt der Euro in der Krise - und mit ihm das europäische Image. Gespräche mit der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und Korrespondenten in der Türkei und Südafrika.
(Agenda, 28.09.2011)

Eurokrise: Scharfe Geschütze für den Euro
Eine Bazooka soll den Euro retten. Dafür muss der Rettungsfond EFSF die Garantie für einen bestimmten Teil der Staatsanleihen übernehmen. Ein Gespräch mit Philipp Schnee aus der Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks
(Agenda, 26.10.2011)

Europa: Föderalismus unter Krisendruck
Seit Monaten steht fest, dass die Europäische Union neue Werkzeuge braucht, um ihre Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Doch angesichts der Uneinigkeit der EU-Mitglieder über gemeinsame Staatsanleihen und die zukünftige Rolle der EZB herrscht im Vorfeld des EU-Gipfels großer Pessimismus. Gespräche mit Arthur Benz (Politikwissenschaftler), Volker Finthammer (EU-Korrespondent in Brüssel) und Jonathan Rodden (Stanford-University)
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