Mittwoch, 19. Juni 2013

Kultur /

Weltkulturerbe Kulturvernichtung in Timbuktu  

Alexander Göbel über die Zerstörung eines Teils des Weltkulturerbes in der malischen Stadt Timbuktu

Das Bild zeigt die aus Lehm gebaute Sankore-Moschee in Timbuktu.
Einige der 16 berühmten Schreine in der Sankore-Moschee in Timbuktu wurden schon zerstört. (picture alliance / dpa / Evan Schneider)

Kulturgüter von unschätzbarem Wert sind schon verloren. In Mali zerstören islamistische Milizen aus religiösem Eifer historische Heiligtümer.

Gräber dürfen sich nach den Vorstellungen der islamistischen Eroberer Timbuktus nicht mehr als 15 Zentimeter über die Erde erheben. Alles andere gilt ihnen als Gotteslästerung und muss folglich zerstört werden. So lauten die neuen Befehle, und sie richten zugrunde, was die Menschen dieser Stadt Jahrhunderte lang gepflegt, gehütet und in Ehren gehalten haben. Mehr noch: Dem Weltkulturerbe Timbuktu droht die vollkommene Zerstörung.

Kriegsverbrechen Kulturzerstörung

Die Kämpfer der islamistischen Miliz Ansar Dine (Verteidiger des Glaubens) machen selbst vor Mausoleen nicht halt. Mit der Begründung, ein guter Muslim verehre keine Toten, sondern nur Allah, zerstören die Milizen uralte Grabstätten, von denen einige zum UNESCO-Welterbe gehören.

Kriegsverbrechen - doch das interessiert niemanden

Fatou Bensouda, die aus Gambia stammende Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, bezeichnete die Taten der salafistischen Milizen als Kriegsverbrechen. Beeindrucken kann sie damit aber niemanden.



Mehr bei DRadio Wissen:

Mali: Hilferufe aus dem Norden
Alexander Göbel berichtet über die aktuelle politische Situation in Mali.
(Globus vom 06.07.2012)

Auf der Schwelle zum Bürgerkrieg
Kritische Situation in Mali – Experten warnen vor einem bevorstehenden Bürgerkrieg.
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Dank des reichhaltigen Waffenfundus aus der Gaddafi-Ära sind die Tuareg von den Streitkräften Malis kaum aufzuhalten.
(Globus vom 16.04.2012)

Oh wie schön ist Azawad
Azawad soll der neue unabhängige Staat heißen, den die Tuareg im Norden von Mali errichten wollen. Das Siedlungsgebiet des Nomadenvolks erstreckt sich über die Saharawüste und umfasst mehrere Staaten.
(Agenda vom 13.04.2012)

Afghanistan - Die Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal
(Kultur vom 11.03.2011)

Weitere Informationen:

Wie Timbuktu seiner Geschichte beraubt wird
Vor zehn Jahren haben die Taliban die größten Buddha-Statuen der Welt im Bamiyan-Tal in Afghanistan zerstört.
(Artikel auf sueddeutsche.de, 04.07.2012)


(Youtube | afpde)

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