Weltkulturerbe Kulturvernichtung in Timbuktu
Alexander Göbel über die Zerstörung eines Teils des Weltkulturerbes in der malischen Stadt Timbuktu
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- Einige der 16 berühmten Schreine in der Sankore-Moschee in Timbuktu wurden schon zerstört. (picture alliance / dpa / Evan Schneider)
Kulturgüter von unschätzbarem Wert sind schon verloren. In Mali zerstören islamistische Milizen aus religiösem Eifer historische Heiligtümer.
Gräber dürfen sich nach den Vorstellungen der islamistischen Eroberer Timbuktus nicht mehr als 15 Zentimeter über die Erde erheben. Alles andere gilt ihnen als Gotteslästerung und muss folglich zerstört werden. So lauten die neuen Befehle, und sie richten zugrunde, was die Menschen dieser Stadt Jahrhunderte lang gepflegt, gehütet und in Ehren gehalten haben. Mehr noch: Dem Weltkulturerbe Timbuktu droht die vollkommene Zerstörung.
Kriegsverbrechen Kulturzerstörung
Die Kämpfer der islamistischen Miliz Ansar Dine (Verteidiger des Glaubens) machen selbst vor Mausoleen nicht halt. Mit der Begründung, ein guter Muslim verehre keine Toten, sondern nur Allah, zerstören die Milizen uralte Grabstätten, von denen einige zum UNESCO-Welterbe gehören.
Kriegsverbrechen - doch das interessiert niemanden
Fatou Bensouda, die aus Gambia stammende Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, bezeichnete die Taten der salafistischen Milizen als Kriegsverbrechen. Beeindrucken kann sie damit aber niemanden.