Wikileaks TrapWire soll USA überwachen
Die Webschau mit Till Opitz
Die Webseite von Wikileaks war tagelang nicht erreichbar. Es gab immer nur eine Störungsmeldung "Server nicht erreichbar". Tausende von Anfragen legten die Server von Wikileaks lahm: ein "Denial of Service"-Angriff. Ehemalige CIA-Mitarbeiter stehen im Verdacht, Informationen über das TrapWire-Überwachungssystem vertuschen zu wollen.
Solch einen massiven Angriff auf die Enthüllungsplattform Wikileaks hat es noch nicht gegeben. Dabei gibt es viele, die ein Interesse daran haben könnten, Wikileaks offline zu sehen.
Vor ein paar Tagen hat eine Gruppe namens "AntiLeaks" die Verantwortung für die Attacke übernommen. Antileaks will damit angeblich dagegen protestieren, dass Wikileaks-Gründer Julian Assange möglicherweise Asyl in Ecuador bekommen könnte. Der Angriff sei eine Aktion gegen Julian Assange.
CIA-Mitarbeiter wollen angeblich vertuschen
Im Netz werden unterdessen Verschwörungstheorien geschmiedet: Ehemalige US-Geheimdienstler sollen angeblich hinter der Attacke stecken um so zu verhindern, dass Material über das US-Überwachungssystem TrapWire veröffentlich wird. Es geht um Emails der US-Sicherheitsfirma Stratfor Global Intelligence und Abraxas.
Stratfor erstellt Bedrohungs-Analysen, Abraxas soll Erfinder und Betreiber von TrapWire sein. Die Chefs von Abraxas sollen alle ehemalige CIA-Mitarbeiter sein. Tatsächlich hatte Wikileaks gerade damit begonnen Mails, die zwischen beiden Firmen über TrapWire gesendet wurden, öffentlich zu machen.
"A real mind fuck"
TrapWire soll potentielle Terroristen oder anderweitig verdächtige Personen erkennen und Alarm geben, wenn so eine vermeintlich verdächtige Person erkannt wird - und viele Verschwörungstheoretiker fühlen sich bestätigt. Joe Rogan twittert: “This #trapwire is a real mind fuck. We really are living in a bizarre and disturbing movie.”
Der Londoner Journalist Ryan Gallagher hält die Aufregung für übertrieben. Er schreibt auf slate.com: Bei TrapWire gehe es um eine nach dem 11. September gegründete Überwachungssoftware, die Videobilder analysiere.
TrapWire ist nicht neu
Tatsächlich sind solche Überwachungstechniken weder neu noch geheim. Auch die EU lässt im Rahmen des so genanten Indect-Forschungsprojekts Daten von Kameras, sozialen Netzwerken und anderen Quellen miteinander verknüpfen. Auch bei Indect soll verdächtiges Verhalten automatisch erkannt werden.
Amerikanische Bürgerrechtler drehen den Spieß nun um: Sie haben auf Google Maps eine Seite eingerichtet, die Überwachungskameras dokumentiert.