Wolken Cloud im Anzug
Tonnenschwer und scheinbar schwerelos - Wolken sind das allgegenwärtige Phänomen hoch über unseren Köpfen.
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- Faszinierendes Naturphänomen - weiße Wolken vor einem strahlend blauem Himmel. (theaucitron | Flickr | CC BY-SA 2.0)
Sie heißen Cumulus, Stratus und Cirrus, verhängen unseren Sommerhimmel und beeinflussen das Klima. Wolken ziehen trotz ihres tonnenschweren Gewichts fast schwerelos an uns vorbei. Ihre explosive Kraft entlädt sich immer wieder in unberechenbaren Gewittern, wie jüngst in Berlin und Bayern.
DRadio Wissen widmet sich der Physik und Gefahr des komplexen Gebildes aus Wasser und Luft. Wer keinen Gefallen an diesem Himmelsphänomen findet, schießt es einfach ab, wie bei der Wolkenmodifikation.
Der König unter den Wolken
Die enormen Kräfte innerhalb von Wolken faszinieren Andreas Bott vom Meteorologischen Institut der Universität Bonn.
Flauschig und weiß sind Wolken nur auf Kinderzeichnungen. (akakumo | flick | cc by-sa 2.0)Etwa die Hälfte der Erdoberfläche ist ständig von Wolken bedeckt. Man unterscheidet zehn Hauptgattungen, die grob in Haufenwolken und Schichtwolken unterteilt werden können. Dazu gehören die vier Gattungen der niedrigen Wolken: Cumulus, Cumulonimbus, Stratus und Stratocumulus. In mittlerer Höhe findet man Altocumulus, Altostratus und Nimbostratus. Und ganz weit oben schließlich Cirrus, Cirrocumulus und Cirrostratus. Welche Unterschiede es zwischen diesen Wolkenarten gibt und was man daran ablesen kann, wenn man sie am Himmel entdeckt, weiß Andreas Bott vom Meteorologischen Institut an der Universität Bonn.
Zeichen am Himmel
Meteorologe Sven Taxwedel beherrscht die Kunst, aus den Wolken das Wetter zu lesen.
Segelflieger brauchen freie Sicht. (picture alliance | dpa | Julian Stratenschulte)Wolke ist nicht gleich Wolke und wer die Sprache der Wolken versteht und auch noch Temperatur und Windrichtung beobachtet, kann das Wetter vorhersagen. Allerdings nur für denselben Tag, weiter reicht eine solche Prognose nicht. Windstärke und wolkenfreie Sicht sind für die Ausübung einiger Sportarten entscheidende Kriterien. Segelflieger müssen einen bestimmten Abstand zu Wolken einhalten, um nicht mit anderen Flugzeugen zu kollidieren. Meteorologe Taxwedel berät unter anderem Segelflieger.
Forschungsobjekt Wolke
Manfred Wendisch von der Universität Leipzig über die Beeinflussbarkeit des Wetters
Forscher setzen sich damit auseinander, wie man künstlich Regen erzeugen kann. (AlmakhlooQ | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Die britische Armee experimentiert mit der Herstellung von künstlichem Regen: 1952 kommt es zu sintflutartigen Regengüssen in einer kleinen englischen Stadt. Menschen sterben. Die Ursache wurde nie geklärt. Auch die Amerikaner experimentieren im Vietnam-Krieg. Immer noch wird an der Beeinflussung des Wetters geforscht. In Deutschland werden mit Spezialflugzeugen Silberjodid-Partikel in Wolken gebracht, um somit schweren Hagelfall zu verhindern. Um den globalen Temperaturanstieg einzudämmen, wird an einer Kühlung durch künstliche Wolken geforscht. Ein Vulkanausbruch dient als Modell.
Ich bastel mir eine
Frank Stratmann vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung über die Zutaten für eine Wolke
Weiße Wolken am blauen Himmel über einer Wüstenlandschaft zwischen Bahariya und Kairo. (picture alliance | dpa | Matthias Toedt)Man nehme einen Wassertropfen und ein bisschen Feinstaub, lasse beides in ein acht Meter hohes und drei Millimeter dünnes Doppelrohr fallen und kühle oder wärme das Ganze während des Flugs von außen. Klingt banal. Auf diese Art und Weise werden in Leipzig seit 2006 künstliche Wolken gebaut. Möglich macht das der Aerosol Cloud Interaction Simulator (Lacis). Ein 16 Meter hoher Turm, der wie eine Art überdimensionale Thermoskanne funktioniert. Anhand dieser Apparatur kann Forscher Frank Stratmann die Eisbildung in der Wolke beobachten. "In 30 Prozent aller Wolken bildet sich Eis und ohne Eis gäbe es kein Gewitter", so Stratmann.
Der Schneemacher
Stephan Beuting hat sich auf die Spuren des Schneemachers gemacht.
Eine Schneeflocke, die auf einem vereisten Untergrund liegt. (mommamia/ flickr/ by nc sa/ 2.0)Irgendwie erinnert die Arbeit von Vincent Schaefer an den Job, für den normalerweise Frau Holle zuständig ist. Anstatt aber auf Bettwäsche zurückzugreifen, benutzte Schaefer Trockeneis. Im Jahr 1946 flog er gemeinsam mit seinem Piloten durch eine Wolke, streute sein Trockeneis in walnussgroßen Bröckchen aus dem Fenster und ließ es so schneien. Damit hat er drei Meilen Wolke in Schnee verwandelt – zuvor hatte er das Experiment in seiner Kühltruhe ausprobiert. Es war allerdings ein Zufall, der Schaefer diese Entdeckung machen ließ.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 12.09.2011.
Heiter bis wolkig
In der Redaktionskonferenz ist Rebekka Krampitz zu Gast. Die Wetteransagerin präsentiert das Wetter in verschiedenen Medienformaten.
Wolken und die Sonne bieten oft ein beeindruckendes Naturschauspiel am Himmel. (picture alliance | dpa | Rainer Jensen)Kurz vor dem Ende einer Nachrichtensendung können die Zuschauer auf der Wetterkarte einen weißen Nebel digital über die Wetterkarte huschen sehen und daran erkennen, wie sich die Wolken über dem Land formieren. Dieser Prognose gehen viele Daten voraus, die unter anderem die Firma Meteomedia in Bochum sammelt. Rebekka Krampitz schaut sich diese Informationen genau an und wertet sie aus. Gerade weil sie die Tücken der Vorhersage genau kennt, weiß Krampitz, dass sich der Wolkenstrom nicht mit hundertprozentiger Sicherheit beschreiben lässt.